Notfallkommunikation für BOS & KRITIS

Pilotprojekt

Kommunizieren,
wenn nichts mehr geht.

Ein autarkes Notfunknetz für Feuerwehren, Rettungsdienst, Kliniken und Kritische Infrastruktur – solarbetrieben, unabhängig von Strom, Internet und Mobilfunk.

  • Solarbetrieben & autark
  • Selbstheilendes Mesh-Netz
  • LoRa 868 MHz · anmeldefrei
Zwei Stationen in der Mitte sind ausgefallen. Tippen Sie auf eine Station – zum Beispiel die pulsierende Feuerwehr – und sehen Sie, wie die Nachricht trotzdem ihren Weg findet.

Klick: Nachricht senden · Rechtsklick bzw. lange drücken: Ausfall an/aus

Das Projekt

Eine ergänzende Ebene für kurze Nachrichten

Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz kommunizieren über den BOS-Digitalfunk (TETRA). Er ist und bleibt das zentrale Kommunikationsmittel im Einsatz.

Mesh4BOS setzt ergänzend an: Im Pilotprojekt wird erprobt, wie ein flächendeckendes, autarkes Netz für niederschwellige Kommunikation – kurze Textnachrichten – als zusätzliche Rückfallebene genutzt werden kann, etwa wenn Strom, Internet oder Mobilfunk ausfallen.

Mesh4BOS ist kein offizielles Behördenprojekt und kein Ersatz für den BOS-Digitalfunk, sondern eine ergänzende Rückfallebene.

Was Mesh4BOS ist

  • Ergänzend: eine zusätzliche Ebene neben den bestehenden Kommunikationswegen – kein paralleles Funknetz.
  • Textbasiert: kurze Nachrichten wie Lagemeldungen oder Rückmeldungen, keine Sprachkommunikation.
  • Autark: Solar und Akku – unabhängig von Strom, Internet und Mobilfunk.
  • Pilotprojekt: Möglichkeiten und Grenzen werden praktisch erprobt und bewertet.

So arbeitet das Netz

Nachrichten finden ihren Weg – auch wenn eine Station ausfällt

Repeater auf Feuerwehrhäusern, Rettungswachen, Kliniken, Behörden, der Integrierten Leitstelle, Hochhäusern und Wassertürmen bilden gemeinsam ein Netz. Jede Nachricht nimmt den Primärweg. Fällt eine Station aus, weicht das Netz automatisch auf einen Sekundärweg aus.

Beispielnachricht

Feuerwehrhaus → Integrierte Leitstelle

„Anforderung: Rettungswagen zur Einsatzstelle, eine verletzte Person.“

Primärweg aktiv

Klicken Sie auf einen Repeater, um ihn ausfallen zu lassen – oder nutzen Sie die Schaltflächen:

Selbstheilend: Es gibt keinen zentralen Knoten, der ausfallen kann. Jede Station kann jede Nachricht weiterreichen.

Autark: Jeder Repeater hat Solarpanel und Akku – kein Stromanschluss, kein Internet.

Hoch montiert: Schlauchtürme, Wassertürme und Hochhäuser sorgen für große Funkreichweite.

Zwischenstationen reichen Nachrichten nur weiter – sie sind verschlüsselt und nur für den Empfänger lesbar. Kommuniziert wird entlang der üblichen Meldewege: Einsatzmittel werden z. B. immer über die Integrierte Leitstelle angefordert.

Die Technik

Was ist MeshCore?

Open Source · LoRa 868 MHz · anmeldefrei

Kleine, stromsparende Funkstationen („Repeater“) reichen Textnachrichten wie eine Eimerkette weiter – von Repeater zu Repeater, mehrere Kilometer je Funkstrecke. Ohne Server, Mobilfunk oder Internet.

LoRa – wenig Daten, große Reichweite

LoRa („Long Range“) überträgt kleine Datenmengen mit sehr wenig Energie über weite Strecken. Für Sprache, Bilder oder Video reicht das nicht – für eine kurze Textnachricht aber sehr gut.

Bewährt in Landwirtschaft und Weinbau

Dort ist LoRa längst Alltag: Sensoren melden z. B. Bodenfeuchte oder Temperatur über Kilometer hinweg – sicher, kostengünstig und energieeffizient.

Meshtastic und MeshCore

Auf LoRa bauen die offenen Projekte Meshtastic und MeshCore auf. Beide sind für reine Textkommunikation gemacht. Mesh4BOS nutzt MeshCore.

  • Offener Standard

    MeshCore ist Open Source: Protokoll und Software sind frei einsehbar und werden von einer weltweiten Community weiterentwickelt.

  • Etablierte Technologie

    LoRa ist seit Jahren in Industrie, Landwirtschaft und Weinbau im Einsatz – erprobt, energieeffizient und zuverlässig.

  • Frei käufliche Hardware

    Repeater und Funkkarten sind handelsübliche Geräte verschiedener Hersteller – ohne Bindung an einen Anbieter.

Kein eigenes Produkt: Mesh4BOS entwickelt keine proprietäre Technik. Das Projekt nutzt vorhandene, offene Technologie und erprobt ihren Einsatz für BOS und KRITIS.

  1. Schreiben

    Lagemeldung in der App tippen – per Bluetooth an eine kleine Funkkarte.

    Zukunft: Der Alamos-Server kann mit dem Netz interagieren und es als Nachrichten-Gateway verwenden.

  2. Weiterreichen

    Solar-Repeater auf Schlauchtürmen und Dächern geben das Signal weiter.

  3. Ankommen

    Wache, Klinik oder Krisenstab empfangen – verschlüsselt und bestätigt.

Mesh
Netz aus vielen gleichberechtigten Stationen. Jede Station kann Nachrichten weiterreichen.
Repeater
Feste Funkstation an einem hohen Standort, die Nachrichten automatisch weitergibt.
Companion
Kleines Funkgerät, das per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden wird – oder per USB-Anschluss, z. B. mit einem Computer.
868 MHz
Frequenzbereich, der in der EU ohne Anmeldung und ohne Gebühren genutzt werden darf.

30.000+

MeshCore-Knoten weltweit

Das Netz wächst rasant – doch eine flächendeckende Abdeckung für BOS und KRITIS fehlt bislang. Hier setzt das Pilotprojekt an.

Quelle: MeshCore-Blog, Stand April 2026

Rückfallebene im Blackout

  • BOS: Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz bleiben untereinander erreichbar.
  • Ergänzend zum Digitalfunk – auch wenn Strom und Mobilfunk ausfallen.

Projektablauf

In drei Schritten vom Netz zur Umsetzung

  1. Schritt 1

    Netz aufbauen – Nachverdichtung

    Zuerst entstehen Repeater an hohen Standorten mit großer Reichweite, um weite Strecken zu überbrücken – z. B. auf Schlauchtürmen von Feuerwehrhäusern, Wassertürmen oder Hochhäusern. Wo Funklöcher bleiben, werden gezielt weitere Repeater nachverdichtet.

  2. Schritt 2

    Funktion erproben

    Wir prüfen, mit welchen Endgeräten welche Einsatzmöglichkeiten bestehen: Smartphones mit Companion-Funkkarte und die strukturierte Informationsverteilung über die Alamos-Software FE2.

  3. Schritt 3

    Ergebnis & Umsetzung

    Am Ende steht fest, welche Möglichkeiten ein solches Netz bietet und wie es einsatztaktisch und strukturell verwendet werden kann. Ein weiteres Ergebnis ist die Implementierung dieser Möglichkeiten in Bestandsprodukte, die sich heute bereits im Feld befinden – zum Beispiel Produkte von Alamos.

Hardware

Welche Geräte zum Einsatz kommen

Das Netz besteht aus zwei Gerätetypen: Repeater bilden das feste Netz, Companions sind die Endgeräte der Nutzer. Die genannten Modelle sind Beispiele – welche Geräte sich am besten eignen, ist Teil der Erprobung.

Repeater · das feste Netz

Solarbetriebener Repeater

Beispiel: SenseCAP Solar Node P1-Pro

Einsatzzweck: Wird einmal an einem hohen Standort montiert und arbeitet danach ohne Bedienung. Er empfängt Nachrichten und reicht sie an die nächste Station weiter.

  • 5-W-Solarpanel und Akku aus vier 18650-Zellen (je 3.350 mAh) – überbrückt Nächte und sonnenarme Tage
  • LoRa-Funk im 868-MHz-Band, ab Werk mit MeshCore-Repeater-Firmware
  • Für den dauerhaften Außeneinsatz gebaut, mit Halterung für Mast oder Rohr; ca. 19 × 20 × 4 cm

Typische Standorte: Schlauchtürme · Wassertürme · Hochhausdächer · Masten

Companion · das Endgerät

Funkkarte im Scheckkartenformat

Beispiel: SenseCAP T1000-E, ca. 45 €

Einsatzzweck: Wird in der Jacke, am Körper oder im Fahrzeug mitgeführt. Per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt, schreiben und lesen Einsatzkräfte Nachrichten in der App – die Funkkarte übernimmt den Funkverkehr.

  • 85 × 55 × 6,5 mm, 32 g – passt in jede Tasche
  • Staub- und strahlwassergeschützt (IP65), wiederaufladbarer Akku (700 mAh)
  • Bluetooth 5.1 zur Kopplung mit dem Smartphone, MeshCore-Firmware verfügbar
  • Satellitenortung (GPS, Galileo u. a.), Taste, Summer und LED zur Signalisierung

Jedes Smartphone wird zum Funkgerät

Eine Funkkarte im Scheckkartenformat (z. B. SenseCAP T1000-E, ca. 45 €) plus kostenlose App – fertig. So funken Einsatzkräfte und Krisenstäbe direkt im Netz.

Ausblick · in Erprobung

Strukturierte Informationen mit FE2

Im Projekt wird erprobt, wie die Alamos-Software FE2 Informationen strukturiert ins Netz einspeist. Der Alamos-Server kann mit dem Netz interagieren und es als Nachrichten-Gateway verwenden.

Was das Netz kann – und was nicht

  • Kurze Textnachrichten – z. B. Lagemeldungen, Rückmeldungen, Anforderungen
  • Direktnachrichten mit Empfangsbestätigung, verschlüsselt
  • Gruppenkanäle – z. B. für eine Wache oder einen Krisenstab
  • Standortübermittlung per GPS
  • Keine Sprache, Bilder oder Videos – LoRa überträgt bewusst nur kleine Datenmengen

Technische Angaben laut Hersteller Seeed Studio, Stand 10/2026: Solar Node P1-Pro · T1000-E. Reichweiten hängen stark von Montagehöhe und Gelände ab.

Einsatz

Wo das Netz im Ernstfall hilft

Feuerwehr & Rettungsdienst

Lagemeldungen und Kräfteanforderung zwischen Wachen und Gerätehäusern

Kliniken & Versorger

Abstimmung von Kapazitäten, Notstrom, Wasser und Energie

Krisenstab & Führung

Lagebild und Abstimmung zwischen Krisenstab, Einsatzleitung und Gemeinden

Initiatoren

Wer dahintersteht

Porträt von Sandro Zechel

Sandro Zechel

Dipl.-Ing. (FH) Maschinenbau · Organisatorischer Leiter Rettungsdienst

Sandro Zechel ist Diplom-Ingenieur (FH) im Bereich Maschinenbau. Hauptberuflich berät er Organisationen der Kritischen Infrastruktur und der BOS und stattet sie aus.

Seit vielen Jahrzehnten engagiert er sich im medizinischen Katastrophenschutz. Er beschäftigt sich seit Langem mit Einsatztaktik – insbesondere mit Kommunikation und Alarmierung im Katastrophenschutz – und ist bestellter Organisatorischer Leiter Rettungsdienst.

Porträt von Marcel Mayer

Marcel Mayer

Technisches Projektmanagement · Kritische Infrastruktur & BOS

Marcel Mayer hat ein Studium im technischen Projektmanagement abgeschlossen und war viele Jahre als Enterprise Consultant in den Bereichen Virtualisierung und Weitverkehrsnetze tätig. Heute verantwortet er den Bereich Kritische Infrastruktur und BOS bei einem führenden Softwareanbieter.

Ehrenamtlich ist er seit mehreren Jahrzehnten im medizinischen Katastrophenschutz und in der Feuerwehr aktiv, dort auch im Bereich Information und Kommunikation.

Was uns verbindet

Sandro Zechel & Marcel Mayer – beruflich im Bereich Kritische Infrastruktur und BOS tätig – verbinden jahrzehntelange Praxis in Blaulichtorganisationen mit technischer Kompetenz und Fachwissen in Resilienz und Krisenvorsorge.

Mesh4BOS ist eine ehrenamtliche Initiative.

Kontakt

kontakt@mesh4bos.org

Gerne stellen wir das Projekt persönlich vor.